17.07.2026 0 Kommentare
Gedanken zum Sonntag
Gedanken zum Sonntag
# Zum Weiterdenken

Gedanken zum Sonntag
Von Pfarrer Andreas Kölling

Achtung Weinliebhaber! In seiner Mönchsordnung warnt Benedikt von Nursia, Wein bringe sogar den Weisen vom Weg ab. Doch auch wer keinen Wein hat und damit quasi außer Gefahr wäre, hat einen wunden Punkt: das Murren. Man könnte sich ja darüber ärgern, dass es keinen Wein gibt. Hier schärft Benedikt den Mönchen ein: „Vor allem mahnen wir dazu, dass sie das Murren unterlassen.“ Und ich denke: Wie wenig sich doch der Mensch seitdem in bald 1500 Jahren verändert hat.
Angeblich sind wir Deutschen ja ein Volk, dass gerne nörgelt, sogar wenn genügend Wein vorhanden ist. Ob ich auch dazu gehöre? Bin ich oft unzufrieden? Wie oft stimme ich ein in den Chor der Murrenden? Warum auch nicht? Anlass gibt es doch genug, so wie alles bei uns läuft usw. Und Murren an sich ist ja auch nicht schlecht, sagt die Psychologie, solange ich diese Regel beachte: „Murren ist ein guter Berater für Probleme, aber ein schlechter Dauergast im Denken.“
Und ein Framing für meinen Blick aufs Leben: Springt mir das Schlechte mehr ins Auge als das Schöne? Übrigens war Jesus nicht bei denen, die murrten. Ihm war anderes wohl wichtiger: Anderen zu helfen, ihnen von Gottes Liebe zu berichten und selbst aufzutanken im Gebet mit Gott. Bestimmt besser als alles Murren.
Andreas Kölling ist Pfarrer für das Kirchspiel Hofgeismar-Gesundbrunnen für die Kirchengemeinden Carlsdorf, Hofgeismar-Gesundbrunnen und Schöneberg.
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