08.05.2026 0 Kommentare
Vatertag!
Vatertag!
# Zum Weiterdenken

Vatertag!
Von Pfarrer Johannes Heicke

Wie jetzt? Ein Kirchenmensch schreibt über den Vatertag? Und das noch nicht mal negativ? Wie kann das denn sein?
Normalerweise sagen doch alle Kirchenleute, die an Himmelfahrt in die Kirche gehen: Wie kann man nur an einem christlichen Feiertag mit dem Bollerwagen ins Grüne ziehen!
Und die Bollerwagenfahrer sagen: Wie kann man nur am Vatertag in einer stickigen Kirche rumsitzen!
Ich glaube: Beides geht wunderbar zusammen!
Himmelfahrt ist ja tatsächlich ein Vatertag. Nämlich der „Jesus-geht-zum-Vater-Tag“! Das ist der Kern von Himmelfahrt: Jesus geht 40 Tage nach der Auferstehung wieder zurück zu seinem himmlischen Vater. „Aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des himmlischen Vaters“, so beten wir im Glaubensbekenntnis.
Himmelfahrt macht klar: Vater und Sohn gehören untrennbar zusammen. Das heißt doch: Der Schöpfer, den ich in der Natur bewundern kann, gehört zusammen mit dem Erlöser, der mir im Gottesdienst gepredigt wird!
Wenn ich nur mit dem Vater in der Natur unterwegs bin, vergesse ich den Sohn. Und damit vergesse ich, dass es ein Leben nach dem Tod gibt – für alle, die an den Sohn glauben. Wenn ich nur mit dem Sohn im Gottesdienst sitze, vergesse ich den Vater. Und damit vergesse ich, dass es ein Leben vor dem Tod gibt – für alle, die an den Vater glauben.
Beides ist wichtig: Vater, Schöpfung, Natur auf der einen und Sohn, Gottesdienst, ewiges Leben auf der anderen Seite.
Deshalb ist es auch so passend, dass es an Himmelfahrt eine Menge Gottesdienste im Grünen gibt – auch bei uns in Altenstädt. Weil da beides automatisch zusammenkommt, Natur und Gottesdienst.
Johannes Heicke ist Pfarrer der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Pfarrbezirk Balhorn-Altenstädt.
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