Sicherheit in unsicheren Zeiten

Sicherheit in unsicheren Zeiten

Sicherheit in unsicheren Zeiten

# Zum Weiterdenken

Sicherheit in unsicheren Zeiten

Von Pfarrer Martin Schöppe

Ob es sich in einer Gesellschaft sicher leben lässt kann an Statistiken nur begrenzt abgelesen werden. Ob ich mich im öffentlichen Raum sicher fühle hängt von vielen Einflüssen ab. In Gesprächen zumindest wird deutlich, dass ein Gefühl von Unsicherheit wächst.

Menschen bringen das unterschiedlich zum Ausdruck: durch ein Leben, das sich mehr ins Private zurückzieht, durch Protestverhalten oder auch durch Wahlentscheidungen, die extreme Positionen stärken.

Sicherheit scheint ein knappes Gut geworden zu sein – und zugleich wächst die Sehnsucht nach gerechten Verhältnissen, verlässlichen Regeln und einer planbaren Zukunft. Aber es gilt auch: Leben ist immer in Bewegung.

Sicherheit entsteht dort, wo Menschen sich aufeinander verlassen können. In Gesprächen, die ehrlich sind. In Nachbarschaften, in denen man sich kennt. In kleinen Gesten: jemand hört zu, hilft, bleibt da.

 Gerade im ländlichen Raum kennen viele noch diese Formen von Verlässlichkeit. Man grüßt sich, man hilft sich aus, man weiß, wer nebenan wohnt. Das mag unscheinbar wirken, ist aber ein starkes Fundament. Sicherheit wächst oft leise – nicht aus großen Versprechen, sondern aus gelebtem Vertrauen im Alltag.

Vielleicht ist das die tragfähigste Form von Sicherheit, die wir haben können – nicht die Abwesenheit von Unsicherheit, sondern die Gewissheit, ihr nicht allein gegenüberzustehen.


Martin Schöppe ist leitender Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde Hl. Hildegard von Bingen Nordhessen.

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