04.04.2026 0 Kommentare
Osterbotschaft
Osterbotschaft
# Zum Weiterdenken

Osterbotschaft
Von Pfarrer Marek Prus

Schon lange haben die Lichterketten Eingang in die Rituale unseres Lebens gefunden. Wenn ein Terroranschlag erfolgte, ein Mensch heimtückisch ermordet wurde oder sich ein furchtbarer Unglücksfall ereignet – an den Orten des Geschehens werden Lichter entzündet. Das Licht erleuchtet die Dunkelheit, die sich bleiern über das Leben gelegt hat.
Wenn Menschen zusammenkommen, um mit Lichtern in den Händen auf einen Schweigemarsch zu gehen oder stehend eine Menschenkette mit Lichtern zu bilden, dann drücken sie Anteilnahme und Verbundenheit aus. Gegen die Dunkelheit und die Sphäre des Todes helfen die Solidarität und das Licht. Das Licht verbindet. Das Licht strahlt aus. Das Licht ergreift die Menschen sowie einen Platz oder eine Straße.
Das Licht ist das Kontrastbild zur Dunkelheit: Zum Leben brauchen wir Licht. In der frühen Zeit, als es noch kein elektrisches Licht gab, fing der Tag mit dem Sonnenaufgang an. Zum Abend gehörte das Anzünden der Lichter, um noch Stunden vor dem Schlafengehen zu gewinnen. Hier wird das Licht zur Notwendigkeit, um dem Menschen einen Lebensraum zu ermöglichen. Das Licht bei den Gedenkritualen wird zum Protestzeichen gegen den Tod, nicht die Gewalt und nicht das Unrecht sollen das letzte Wort behalten, sondern das Leben.
In der gleichen Haltung entzünden Christen in der Osternacht die Osterkerze. Es ist das Symbol für Jesus, der von den Toten auferweckt worden ist. Die Christinnen und Christen tragen das Licht in den Händen während der Feier der Osternacht. So drücken sie aus, wie nicht der Tod, sondern das Leben siegt, wie das Leben den Tod überwindet. In diesem Zeichen lassen wir uns von der Hoffnung und der Zuversicht aus der Osterbotschaft anstecken.
Marek Prus ist katholischer Pfarrer in Wolfhagen und Zierenberg.
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