18.09.2026 0 Kommentare
O, mein Gott!
O, mein Gott!
# Zum Weiterdenken

O, mein Gott!
Von Kirchenrat Günther Dreisbach

Es wird viel gebetet. Und das ist gut so. Gott wird in allen Lebenslagen angerufen. »O, mein Gott, was bin ich blöd!« »O, mein Gott, wie konnte das passieren?« Oder einfach nur »O, mein Gott!« Oder sogar ganz persönlich: »O, mein Gott, du spinnst doch!« Was Gott sich wohl dabei denkt? Die so beten, vertrauen darauf, dass stimmt, was Asaf, ein Beter aus der Bibel im Auftrag Gottes so formuliert hat: »Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen.« Das steht im 50. Psalm, im 15. Vers. Manche haben daraus gefolgert, dass die Telefonnummer Gottes 5015 ist. Ist ja ein schöner Gag.
Es ist ja gut, wenn viel gebetet wird. Ich fürchte nur: Oft wird der Name Gottes auch nur so ausgesprochen und Gott ist gar nicht gemeint. Dem aber hat Gott in seinen Zehn Geboten einen Riegel vorgeschoben und gesagt: »Du sollst den Namen ... Gottes nicht missbrauchen.« Nein, ist habe nichts gegen das Beten. Ganz im Gegenteil. Ich finde sogar: Wir beten viel zu wenig. Zum Beispiel für den Frieden in der Welt. Oder für unsere Regierung. Sie hat es doch, bei den Problemen, die in unserem Land zu lösen sind, bitter nötig. Und das wird – wenigstens öffentlich - viel zu wenig gemacht. Eigentlich müsste es in jedem Gottesdienst dran sein.
Ach, Herr Dreisbach, Sie schon wieder. Aber ich hab’s mir ja nicht ausgedacht. Es steht doch in der Bibel, dass ich für den Frieden beten soll und für die Menschen, die uns regieren. Also: Tun wir’s doch bitte auch – und zwar heftig! Gott freut’s.
Kirchenrat Günther Dreisbach ist seit 1950 Mitglied der evangelischen Kirchengemeinde Wolfhagen.
Kommentare