Kirchlicher Segen als Zukunftsaufgabe: Kreissynode tagte in Carlsdorf

Kirchlicher Segen als Zukunftsaufgabe: Kreissynode tagte in Carlsdorf

Kirchlicher Segen als Zukunftsaufgabe: Kreissynode tagte in Carlsdorf

# Synode

Kirchlicher Segen als Zukunftsaufgabe: Kreissynode tagte in Carlsdorf

Carlsdorf. Wie wollen wir als evangelische Kirche Menschen in Zukunft an Lebensübergängen begleiten? Diese Frage beschäftigte die Synode des Kirchenkreises Hofgeismar-Wolfhagen bei ihrer Tagung am 24. September in Carlsdorf. Pfarrerin Maike Westhelle, bis vor kurzem Studienleiterin am Studienseminar in Hofgeismar, stellte als Mitglied der Liturgischen Kammer den Entwurf der sogenannten Kasualstrategie den Mitgliedern des Kirchenparlaments vor.

Lebensübergänge stärker in den Blick nehmen

In der Corona-Pandemie gab es in der Landeskirche deutlich weniger Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Beerdigungen als zuvor. Während das den Umständen geschuldet war, hat sich die Nachfrage nach diesen kirchlichen Handlungen zwar erholt, ist aber deutlich hinter dem vorherigen Niveau zurückgeblieben, berichtete Westhelle: „Einzig bei den Bestattungen ist der Rückgang nicht so massiv.“

Gleichzeitig hat sich der Trend verstärkt, dass Menschen vor allem bei diesen Gottesdiensten an Lebensübergängen mit der Kirche in Kontakt kommen. „Deshalb wollen wir hierauf in Zukunft mehr Gewicht legen.“ Dazu stellte Westhelle sieben Thesen vor, die von der Landeskirche entwickelt wurden und in denen es unter anderem um die Themen Wahlfreiheit, Mitgliedschaft, Kommunikation und Erreichbarkeit sowie den Umgang mit Spannungen geht. Danach tauschten sich die Mitglieder der Synode zu den Thesen aus und hatten die Möglichkeit, ihre Voten an die Arbeitsgruppe zu übermitteln. Die Voten der Kreissynoden und der Pfarrkonferenzen sollen vor der Beratung durch die Landessynode, die Ende November geplant ist, gesichtet und gebündelt werden.

Gute Jahresabschlüsse, schwierige Aussichten

Mit guten Zahlen und schlechten Aussichten trat die Leiterin des Kirchenkreisamts, Julia Bröske, vor die Synodalen. Sie stellte die Jahresabschlüsse 2022 und 2023 vor, die zusammen ein Plus von 180.000 Euro ergaben. Allerdings goss sie gleich Wasser in den Wein, da sie für 2024 und 2025 mit einem deutlichen Defizit rechne: „Ein Grund dafür sind die deutlichen Tariferhöhungen, über die wir uns als Mitarbeitende freuen dürfen.“

Synode setzt Schwerpunkte für die Diakonie

Auch für die diakonische Arbeit werden in Zukunft weniger Mittel zur Verfügung stehen. Tamara Morgenroth machte als Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Region Kassel deutlich, dass einige Arbeitsbereiche ohne konkrete kirchliche Mittel nicht fortgeführt werden können. Sie bat die Synode: „Entscheiden Sie, was für Ihre Region wichtig ist!“

Nach ihren Beratungen beschlossen die Synodalen, dass die 107.000 Euro zukünftig für die allgemeine Sozialberatung in Verbindung mit der Tafelarbeit in Hofgeismar, Bad Karlshafen und Wolfhagen sowie die unabhängige Flüchtlingsberatung in Wolfhagen verwendet werden sollen.

Finanzaufsicht, Jugendarbeit und Pfarrstellen im Fokus

In seinem Bericht aus dem Kirchenkreisvorstand hob Dekan Jan Friedrich Eisenberg die gute Zusammenarbeit nach der Neukonstituierung hervor. Acht Ausschüsse konnten nicht nur gebildet werden, sondern haben inzwischen auch ihre Arbeit aufgenommen. Zudem habe der Kirchenkreisvorstand auf einer Klausurtagung drei Schwerpunktthemen festgelegt, die die laufende Legislaturperiode prägen sollen. Zum einen wird der Vorstand die Finanzaufsicht künftig gegenüber Kirchengemeinden und Kirchenverwaltung stärker wahrnehmen.

Zum anderen soll die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ein Schwerpunkt im Kirchenkreis bleiben. Die besondere Herausforderung liegt hier darin, dass seit der Fusion der beiden Altkreise immer noch unterschiedliche Finanzierungssysteme in diesem Arbeitsbereich vorliegen, die angeglichen werden müssen.

Das dritte große Thema ist der bereits beschlossene Pfarrstellenplan, der in den nächsten Jahren bis 2031 umgesetzt werden muss. Er sieht eine Aufteilung der Pfarrstellen in klassische Gemeindepfarrstellen und funktionale Pfarrstellen vor. Hierbei handelt es sich um einen Paradigmenwechsel, der unter Einbeziehung der drei Regionen des Kirchenkreises gut begleitet werden muss.

Neue Gesichter und gute Zusammenarbeit

Zu Beginn der Tagung, an der über 60 Mitglieder der Synode teilnahmen, wurde Christian Rehkate in seine Stelle als Pfarrer im Kirchenkreis eingeführt. Er wird zunächst im Kirchspiel an Spole und Elbe eingesetzt, wo derzeit eine Pfarrstelle unbesetzt ist. Zudem stellte sich der neue Propst des Sprengels Kassel, Norbert Mecke, der Synode vor. Ihr hatte er früher als Pfarrer in Holzhausen selbst angehört. Bürgermeister Torben Busse begrüßte die Synodalen in der Stadt Hofgeismar. Beide machten deutlich, dass ihnen an der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen kommunalen und kirchlichen Einrichtungen gelegen ist, gerade auch um demokratische Strukturen im Land zu stärken.

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