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Zwischen Wahlmarathon und Aufbruchsstimmung: Neue Kreissynode nimmt Arbeit auf
Zwischen Wahlmarathon und Aufbruchsstimmung: Neue Kreissynode nimmt Arbeit auf
# Synode

Zwischen Wahlmarathon und Aufbruchsstimmung: Neue Kreissynode nimmt Arbeit auf
Als die neu zusammengesetzte Kreissynode Hofgeismar‑Wolfhagen am 20. März, dem astronomischen Frühlingsbeginn, zusammenkam, lag in der Kulturhalle Wolfhagen eine besondere Atmosphäre. Die Sonne stand an diesem Tag genau im Gleichgewicht – und ein ähnliches Gefühl schien den Abend zu prägen: ein Ausbalancieren von Bewährtem und Neuem, von Fortführung und Veränderung.
Vier Stunden lang stellten sich die 71 stimmberechtigten Synodalen, die sich auf den Weg gemacht hatten, ihrer ersten gemeinsamen Aufgabe: die Menschen zu wählen, die die Geschicke des Kirchenkreises in den nächsten sechs Jahren mitverantworten werden. Es war ein Wahlmarathon, ja – aber er war zugleich Ausdruck dessen, wie Kirche sich versteht: demokratisch, gemeinschaftlich, getragen von Engagement.
Vertraute Leitung – und neue Akzente

Am Beginn der Wahlentscheidungen stand die Wiederwahl von Beatrix Hieronimus zur Vorsitzenden der Kreissynode. Mit ihr bleibt eine ruhige, erfahrene Stimme an der Spitze.
Neu an ihrer Seite: Pfarrer Sven Wollert, der künftig das stellvertretende vorsitzende Mitglied ist. Ein Wechsel, der Kontinuität und Erneuerung zugleich sichtbar macht.
Auch im Kirchenkreisvorstand ergab sich dieses Doppelbild aus Alt und Neu. Neben Menschen, die bereits Verantwortung getragen hatten, wurden auch neue Gesichter in das Gremium gewählt: Dr. Korinna Grimmelbein und Lothar Heyde. Sie stehen symbolisch für frische Perspektiven in einem Vorstand, der in einer Zeit des Wandels besonders gefordert sein wird.
Mit der Einsetzung der acht ständigen Ausschüsse – von Finanzen über Kirchenmusik bis hin zu Umweltfragen und Demokratiestärkung – waren schließlich die inhaltlichen Weichen gestellt. Diese Gremien werden in den kommenden Jahren den Ort bilden, an dem Sacharbeit geschieht, Ideen wachsen und Entscheidungen vorbereitet werden.
Der Blick nach vorn: Ein Kirchenkreis sortiert sich neu

Während die Wahlen den organisatorischen Rahmen für die Zukunft schufen, zeichnete Dekan Jan Friedrich Eisenberg in seinem Bericht ein Bild der inhaltlichen und geistlichen Herausforderungen, die vor dem Kirchenkreis liegen.
Er griff das Motiv des Frühlingsbeginns auf: den Moment, in dem Licht und Dunkelheit im Gleichgewicht stehen und die Natur neu erwacht. Ein Gleichnis für eine Kirche, die sich – vielleicht gerade jetzt – neu ausrichten muss.
Eisenberg sprach offen aus, dass viele liebgewonnene Strukturen unter Druck geraten: Gebäude, Personal, finanzielle Möglichkeiten. Entscheidungen, die weh tun werden, stehen bevor. Aber er blieb nicht beim Schmerz stehen. Er zeigte Wege auf, wie Kirche dennoch lebendig bleiben kann:
- durch regionale Zusammenarbeit,
- durch neue Formen pastoraler und gemeinschaftlicher Verantwortung,
- durch Mut, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren,
- durch offene Räume, in denen Menschen miteinander reden und sich begegnen.
Besonders der Gedanke der „Dritten Orte“ liegt ihm am Herzen: Orte jenseits von Zuhause und Arbeitsplatz, an denen Menschen in polarisierten Zeiten miteinander ins Gespräch kommen können. Eisenberg machte deutlich, dass Kirche genau solche Räume schaffen kann – und damit einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft leistet.
Ein Abend, der mehr war als eine Sitzung
Als die Tagung schließlich geschlossen wurde, wirkte der Abend wie ein Auftakt, nicht wie ein Abschluss.
Die Wahlen hatten gezeigt, wer Verantwortung übernimmt. Der Bericht hatte gezeigt, wohin der Weg führen muss.
Gemeinsam ergaben beide Teile ein Bild von Kirche in einer Zeit des Wiederbeginns: verwurzelt und doch beweglich, herausgefordert und doch hoffnungsvoll.
Oder, wie Eisenberg es formulierte:
Wir tun all dies nicht, um Strukturen zu verwalten, sondern um den Glauben weiterzugeben, der trägt.
Namen und Ausschüsse
Hier die Ergebnisse der Wahlen und Abstimmungen im Überblick:
- Synodalvorstand
- Beatrix Hieronimus, Calden (Vertretung: Pfarrer Sven Wollert, Westuffeln)
- Kirchenkreisvorstand
- von Amts wegen:
- Dekan Jan Friedrich Eisenberg (Vorsitzender)
- Beatrix Hieronimus, Calden (Vertretung: Pfarrer Sven Wollert, Westuffeln)
- gewählt:
- Pfarrer Jonathan Bergau, Oedelsheim (Vertretung: Pfarrerin Johanna Fischer, Studienseminar Hofgeismar)
- Pfarrer Martin Jung, Wolfhagen (Vertretung: Pfarrerin Isabell Paul, Istha und Dörnberg)
- Dr. Korinna Grimmelbein, Istha (Vertretung: Frank Wiegand, Breuna)
- Tamara Conradi, Trendelburg (Vertretung: Roland Flury, Oelshausen)
- Lothar Heyde, Zierenberg (Vertretung: Carmen Rieß, Wolfhagen)
- von Amts wegen:
- Dekansfindungsausschuss
- Pfarrer Friedemann Rahn, Zierenberg
- Pfarrer Sven Wollert, Westuffeln
- Dr. Sabine Leutiger-Vogel, Hofgeismar
- Dr. Isabel Schneider-Wölfinger, Mönchehof
- Propstfindungsausschuss
- Dr. Isabel Schneider-Wölfinger, Mönchehof
- Ausschuss kraft Gesetzes
- Diakonieausschuss
- Eingesetzte Ausschüsse
- Finanzausschuss
- Bauausschuss
- Kirchenmusikalischer Ausschuss
- Ausschuss Kinder und Jugendliche
- Ausschuss für Umweltfragen
- Ausschuss Partnerschaft mit Estland
- Ausschuss Demokratiestärkung
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