27.02.26 0 Kommentaarid
Weiße Tauben
Weiße Tauben
# Zum Weiterdenken

Weiße Tauben
Von Pfarrerin Kathrin Wittich-Jung

Ich stelle mir vor, weiße Tauben steigen zum Himmel auf. Ein Symbol des Friedens. Mich berührt in diesen Tagen ein Lied von Johannes Oerding: „Weiße Tauben“ heißt es. Er träumt davon, dass Krieg ist und keiner hingeht. Er träumt von einer Welt, in der alle satt werden und die Krisenherde erloschen sind.
Johannes Oerding hebt den Blick zum Himmel und sucht die weißen Friedenstauben. Vergebens! Er kann sie nicht sehen- sie sind nicht da, denn die Herzen sind immer noch mit Stacheldraht umwickelt. Trotzdem träumt er vom Frieden.
In der letzten Woche haben wir uns daran erinnert, dass in der Ukraine seit vier Jahren Krieg herrscht. Bomben fallen. Menschen sterben – an der Front und zuhause. Fliehen. Die Friedenstauben sind nicht in Sicht. Gerade in diesen Zeiten braucht es Träume, wie die von Johannes Oerding. Eine Kollegin sagte neulich zu mir: „Solche Träume finde ich nicht naiv. Denn Sprache schafft Wirklichkeit und Visionen können wahr werden.“ Sie hat recht. Aus Worten können Taten werden und Gebete werden erhört – darauf hoffe ich.
Und so beten wir weiter für Frieden in der Ukraine. Verhandlungen werden geführt, auch wenn sie noch so schwer und aussichtslos erscheinen. Wir dürfen damit nicht aufhören. Wir müssen weiter verhandeln und beten für die Menschen in der Ukraine. Sie mögen die Hoffnung nicht verlieren. Gott gebe ihnen Kraft und Trost.
Und wir beten für die Kriegstreiber: Dass sie Einsicht finden und ihre Herzen weich werden. Es möge Friede in ihren Köpfen und Herzen werden.
Und dann sollen die weißen Tauben irgendwann zum Himmel aufsteigen und zeigen: Es ist Frieden!
Kathrin Wittich-Jung ist Pfarrerin im Kirchspiel Istha-Altenhasungen für die Kirchengemeinden am Bärenberg, Nothfelden und Oelshausen.
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