02.01.26 0 Kommentaarid
Mehr Zukunft, als wir sehen
Mehr Zukunft, als wir sehen
# Zum Weiterdenken

Mehr Zukunft, als wir sehen
Von Pfarrerin Hannah Tinnefeld

„Siehe, ich mache alles neu.“ Als ich diesen Satz aus der Bibel lese, merke ich, wie sehr ich ihn mir wünsche. Nicht nur für die Welt mit ihren Problemen und Krisen, sondern ganz persönlich. Für Tage, an denen ich müde bin vom Immer-weiter-Machen. Für Situationen, die sich festgefahren anfühlen. Für Gedanken, die ich kenne, obwohl ich sie gern loslassen würde.
Der Alltag ist selten spektakulär. Oft reiht sich ein Tag an den anderen. Manchmal frage ich mich: Ändert sich da überhaupt noch etwas? Genau hinein spricht die Jahreslosung 2026. Sie stammt aus der Bibel, aus der Offenbarung, und sie klingt wie ein Versprechen Gottes: Ich gebe euch nicht auf. Ich sehe mehr als das, was gerade ist.
„Alles neu“ heißt für mich nicht, dass plötzlich alles leicht wird. Aber es heißt: Meine Geschichte ist nicht zu Ende erzählt. Ich darf neu denken, neu hoffen, neu vertrauen – auch nach Fehlern, nach Enttäuschungen, nach verpassten Chancen.
Manchmal zeigt sich dieses Neue ganz leise: in einem versöhnten Gespräch, in einem mutigen Schritt, in dem Moment, in dem ich mir selbst vergebe. Gott fängt nicht erst an, wenn alles perfekt ist. Er beginnt mitten im Leben.
Diese Zusage nehme ich mit ins neue Jahr: Es gibt mehr Zukunft, als ich heute sehe. Und Gott ist schon da.
Hannah Tinnefeld ist Pfarrerin für die Kirchengemeinde Grebenstein-Hombressen.
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