16.01.26 0 Kommentaarid
Ich weiß, es wird einmal …
Ich weiß, es wird einmal …
# Zum Weiterdenken

Ich weiß, es wird einmal …
Von Pfarrer Lars Bachmann

Die stürmischen Ereignisse in unserer Welt, können einem schon in alle Glieder fahren und man möchte an irgendeiner Stelle etwas Nützliches tun können, um wieder in ruhigere Fahrwasser zu kommen. Und manchmal würde ich mich gerne einfach nur tragen lassen von den hoffnungsvollen Zeilen: „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh′n / Und dann werden tausend Märchen wahr“. Wäre es nicht fantastisch, wenn es mir wie der armen Müllerstochter gelänge, Stroh zu Gold zu spinnen? Oder wenn ich einen Esel hätte, der je nach Bedarf Goldstücke spuckte? Aber dann fällt mir ein, dass die „wundersamen“ Taten Jesu mich anders beschenken und bereichern wollen. Denn Jesus verkündet uns das Reich Gottes, das mehr Frieden und eine bessere Gerechtigkeit bringen soll. Daher müssen die Wunder Jesu als Visionen dieser neuen Welt gelesen werden – so auch das Weinwunder auf einer Hochzeit in Kana.
Für den Evangelisten Johannes ist das, was dort geschieht, keine Sensation oder kein Mirakel, sondern ein Zeichen das geglückte Miteinander im Reich Gottes. Am dritten Tag, dem Tag der endgültigen Entscheidung aber ist die Fröhlichkeit des Festes plötzlich gefährdet. Der Wein ging aus. Mit einer solchen Blamage durfte keine Ehe beginnen. Der Wein galt schließlich als Symbol der Freude und des Glücks. Auch ein Weisheitsspruch hebt hervor: „Der Wein erfreut des Menschen Herz“. Auch waren Weinstock und seine Trauben ein Sinnbild der Fruchtbarkeit. Und dann wird Jesus wundersam tätig: das frische Wasser in den Krügen wird zu Wein mit überraschender Qualität. Jesus steht daher für mich in dieser Geschichte für den Protest gegen den Verlust des Glücks.
Lars Bachmann ist Schulpfarrer an der Herwig-Blankertz-Schule in Wolfhagen.
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